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Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 12:18
von abe
Hallo zusammen, nach dem Winterlager hat mein James Cook (1991) es leider nicht mehr über den TÜV geschafft, weil die Rahmenausleger durchgerostet sind. Alles ist dick mit Unterbodenschutz zugekleistert, so dass man erstmal wenig sieht, dreht man aber am Lenkrad, sieht man wie die Teile richtig hin und her wackeln. Wie würdet Ihr den Aufwand einer Reparatur einschätzen? Ich kann das leider nicht selbst schweißen, sondern müsste es machen lassen. Gibt es dafür Einschweißbleche oder Ersatzteile, oder muss man das alles in Handarbeit rekonstruieren?

Viele Grüße

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 13:22
von KlassikJames
Hallo abe,

Leider hast du keine Fotos beigelegt.

Es hört sich so an, als ob beide vorderen Träger der Blattfedern an der Vorderachse von innen durchgerostet wären.
Das ist eine typische Schwachstelle beim T1.

Technisch kann fast alles repariert werden.
Vorteil an der VA ist, dass die Stelle an den Federn gut erreichbar ist und der Womoausbau nicht entfernt werden muss.

Die Reparatur kann sich schnell zum Fass ohne Boden entwickeln:
Vermutlich ist gibt es noch mehr Schäden am Rahmen.
Wie sieht es mit dem Rahmen um den Motor herum unterhalb der Motorhaube aus?
Federaufnahmen an der HA?

Gruß,
Klassikjames

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 14:19
von abe
Der Bus steht aktuell beim Schrauber in der Werkstatt, der aber leider wegen ein OP erstmal ausfällt. Daher kann ich aktuell keine Fotos machen, wollte aber mit Blick auf die immer näher rückenden Ferien zumindest ein Gefühl dafür bekommen, ob eine Reparatur noch realistisch ist, oder ob ich mich gedanklich langsam vom Bus verabschieden muss.
Gibt es denn für diese Stellen Austauschteile, die man einschweißen kann, oder muss man sich das alles aus Blechen zusammenbasteln?

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 16:09
von KlassikJames
Ich musste noch nicht an meinem Bus schweißen.
Daher fehlt mir die Erfahrung um den Arbeitsaufwand zu beurteilen.

Ich schätze aber, dass es mit dem Sommerurlaub eng werden könnte, wenn die Arbeiten gut werden sollen.

Wenn der Rahmen schon so durchgerostet ist das er beim Lenken flext, dann ist möglich noch mehr im Argen.

Es hört sich so an, als wäre das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher.
Das erschwert die Wahl einer alternativen Werkstatt natürlich.

Oder du machst einen Trip nach Marokko.
Dort sind die wahren Experten für den T1 und die W123.

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 16:37
von AndiP
Moin,
Reparaturbleche gibts für die Stellen natürlich nicht.
Da müssen Bleche nach Vorgabe von MB angefertigt werden. Die haben schon deutliche Materialstärken, ich vermute mal, 4mm und mehr. Auch an die Schweißfähigkeiten werden erhebliche Anforderungen gestellt.
Ausnahme stellen die Blattfederaufnahmen am Rahmen dar. Dafür gibt es (wieder) Teile. Abder dafür müsste der Rahmen darunter erst mal gesund sein.

Trip mach Marrkokko? Mit einem verkehrsunsicheren Fahrzeug? Bitte nicht.
Am Fahrzeugrahmen im marrokkansischen Wüstensand schweißen lassen? Womöglich mit offener Flamme? Bitte nicht.

Ich schätze eher, dass das Damoklesschwert des Totalschadens über dem Fahrzeug schwebt.
Wichtig ist erstmal eine Bestandsaufnahme zu machen um weitere Schäden zu finden.
Wahrscheinlich wird alleine diese Rahmenreparatur nicht wirtschaftlich sinnvoll sein. Ob sie emotional sinnvoll wäre, musst DU entscheiden.

Andi

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 14.06.2026 20:17
von abe
Danke für Eure schnelle Rückmeldung!
Ich hab zu dem Thema diese Bilderstrecke gefunden und fürchte auch, dass das die Grenze des Sinnvollen schnell überschreiten könnte.
https://www.vetero.de/oldtimer/mercedes ... -vorne/759

Schon ziemlich bitter, weil ich in den letzten Jahten echt viel in den Bus investiert habe und natürlich auch einige Erinnerungen dranhängen, aber leider ist dieser Punkt auch nicht die einzige Baustelle. Die Rinne ist dringend wieder fällig. Rost an den Türen, Auspuff etc.

Insgesamt muss ich mir wohl leider eingestehen, dass die Vorbesitzer gerade noch rechtzeitig den Absprung geschafft haben und die Reperaturen der letzten Jahre ein Kampf gegen Windmühlen waren...

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 15.06.2026 16:43
von Never ending project
Hallo Abe...?

daß Dein Herz an dem Fahrzeug hängt, kann ich gut verstehen, bei mir und meinem "Fuhrpark" verhält es sich ähnlich und da sind unvernünftige, sprich unwirtschaftliche Entscheidungen schon mal vorgekommen. Aber einen James Cook fährt man mit dem Herzen......
Die Bilderstrecke von der Rekonstruktion sieht ja schon mal ganz amtlich aus, da weiß jemand, was und wie er es tun muß. Vielleicht kannst Du ja da anklingeln und mal erfragen, welchen Kurs er für eine solche Aktion aufruft. Vorher würde ich aber eine ehrliche Bestandsaufnahme des kompletten Unterbodens machen und alle Ecken und Winkel prüfen. Bei unserem T1 sind die Federblattaufhängungen noch gut in Schuß, aber dennoch gab es untenherum bestimmt zwei Dutzend Stellen (Radläufe, Schürzen, Wagenheberaufnahme, Windleitblech, Spritzwand, Hecktürausschnitt), wo es mit entrosten nicht getan war sondern neue Bleche angesagt waren. Das kostet, wenn man es dann gleich ordentlich machen will, dann auch viel Zeit (mein Forumsname verrät etwas davon) aber es ist machbar..... Schweißtechnisch bin ich Autodidakt, habe bei meinem ersten Auto, einem Citroen 2 cv dem Meister in der Werkstatt soviel beim Schweißen über die Schulter geschaut, daß ich irgendwann dachte.....das bekommst Du auch hin. Das Schutzgasschweißgerät aus dem Baumarkt tut heute immer noch seinen Dienst. Bleche kann man, so es sie nicht mehr als Reparaturbleche gibt, mit Schraubstock und Abkanntbank auch gut selber dengeln, für das Schutzgasschweißen bekommt man schnell ein Gefühl.... Eigentlich ist das die einzige Lösung für ein so altes Auto, will man nicht bündelweise Geld in die Hand nehmen. Und es hat den Vorteil, daß man selbst häufiger sorgfältiger arbeitet als eine Werkstatt, für die so ein Fahrzeug nur eine alte Karre ist.

Egal, wie Du Dich entscheidest, viel Erfolg mit James Cook

und Gruß vom Arnd aus Braunschweig

Re: Rahmenausleger

Verfasst: 15.06.2026 17:24
von KlassikJames
Du hast halt an der falschen Stelle investiert.

Ohne Erfahrung und Talent würde ich nicht gleich an tragenden Rahmenteilen die ersten Schweissversuche machen.

Zwischen Berlin und Rostock gibt es in Ankershagen die „Bus Technik Maniacs“.
Vielleicht können die helfen wenn du aus der Nähe bist.